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Alltag meistern oder Traum leben?

Ich arbeite gerne. Morgens hin, meist spät abends zurück (und jetzt während corona einfach komplett zu Hause) und Tag ein Tag aus das gleiche Spiel. Unter der Woche und meistens auch am Wochenende. Und es macht Spaß. Dennoch, ist das alles? Was ist mit den großen Abenteuern, von denen ich träume, die ich noch aus der Kindheit mit meinen Eltern kenne? Sie werden in die 30 Tage Urlaub gepresst und mit der Illusion besänftigt, das sich das eines Tages ändern wird.

Als ich im August 2018 von einer Woche segeln aus Kroatien kam, hatte ich auf einmal die Energie, es endlich anzupacken. Obwohl ich vorher schon oft darüber nachgedacht habe und schon länger überlege, noch einmal etwas anderes zu machen und mich bei der Frage „Alltag meistern oder Traum leben“ es nicht mehr vertagen wollte. Diesmal gab es einen Unterschied: Ich habe mir vorgenommen, zu einem Ergebnis zu kommen.  Ich bin jetzt jung und einen richtigen Zeitpunkt, gibt es wahrscheinlich nie. Zeit, muss man sich nehmen. „Its not taking time out of your life, it’s taking time for your life“.

Das Gefühl kennen wir doch alle irgendwie. Sei es ein Reisewunsch oder ein etwaige anderer Brodeler im Inneren.

Also los gehts in mein Segelabenteuer. Und nur hier für euch weil die Frage oft gekommen ist.
Wieso segeln? Weil mir beim segeln klar wird, dass ich nichts weiter tun muss, als den Tag zu genießen. Das Logbuch wird gegen den Terminkalender eingetauscht. Es gibt keinen Zeitdruck und man richtet sich nach dem, was kommt. Meistens dem Wind. Natürlich gibt es einen groben Zeitplan, aber der ist nicht so wichtig, dient eher der Orientierung. Seit dem ich im Alltag Freizeit nicht mehr in Tagen sondern in Stunden rechne und ständig renne, mit dem Ziel, ein bisschen mehr Freizeit zu haben, ist das Bedürfnis nach wirklicher „Langsamkeit“ bzw. wie man es heute auch Entschleunigung nennen würde, stärker denn je. Mein Job gefällt mir. Vielleicht weil ich gutes Geld verdiene, Karriere mache und Dinge bewege. Aber ich stehe auch ständig unter Strom. Abends nach einem langen Tag im Büro noch schnell die Füße hochlegen und Entspannung, bevor es dann am nächsten Tag wieder aufs neue losgeht. Langfristige Planungen? Schwierig! Schließlich muss ich gucken, wo es mit der Firma hingeht. Persönliche und wichtige Entscheidungen werden eher aus dem Bauch getroffen, ohne wirklich zu wissen, wo sie hinführen.

Ein halbes Jahr mindestens und das ist keine Variable. Ich habe in einer Woche meine Wohnung gekündigt, mir für die letzten 3 Monate Bonn eine WG gesucht, meinem Chef gesagt, dass ich gehe und überlegt, wie ich 3 Monaten meine Kasse noch aufbessern kann. Nach der Woche hatte ich alles: einen super bezahlten Nebenjob für das Wochenende, eine neue und coole WG, die Wohnung aufgelöst und direkt einen Nachmieter gesucht und auf der Arbeit klar gemacht, dass ich Ende des Jahres für eine Zeit lang gehe. Wenn nicht jetzt, wann dann?

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